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Sterne blitzen weiß wie Schnee

Kapitel 1 - 14 / 14

Andrea
(www.clan-der-koenige.de)
10.10.2001,
16:32:05
Die Sterne blitzen weiß wie Schnee am Firmament. Durstig beugte die Jägerin sich über den heftig zuckenden Leib ihres Opfers. Die Lebenskräfte verließen mit jedem Schluck Blut, der in ihrer Kehle verschwand, den zuckenden Körper. Der Herzschlag klang wie Musik in ihren Ohren. Mal heftig, mal sanfter. Je näher der Tod umso leiser. Mit blutverschmierten Lippen ließ sie ab von ihm, schob den toten Leib achtlos und angewidert von sich. In die Ärmel ihres Kleides verschwanden die letzten kostbaren, roten Perlen des Lebens.

Tom
11.10.2001,
10:59:17
In nahe liegender Umgebung des blutigen Schauspieles, Schreie verlauten.
Mehr der Klang nach Zurufen mehrerer Wesen. Der ausgebrochene Zorn und vernarrte Haß, wurden durch die Tonlagen der Jäger zum leben erweckt. Rasend und zu einem gefühllosen Körper vereint, suchend nach dem Blut, lechzend...

Zwischen den Bäumen des Waldes, dessen Laub seit Wochen lautlos zu Boden fällt, Lichtkegel hier und da aufblitzen. Stimmen und Befehle mal lauter mal leiser. Überragende Schatten geworfen der getragenen Fackeln, verzerrt durch die Schatten der nackten Äste. Eine Meute, angeführt von dem Engel der Rache, hocherhobene Klingen, starre Blicke in die Nacht...

„ Seit einigen Monaten, der Herbst war gerade hereingebrochen, wurde die Stadt „Barsil“ in unregelmäßigen Abständen von schrecklichen Schicksalen heimgesucht. Menschen verschwanden spurlos, in den naheliegenden Wälder waren Kinderschreie zu hören. Zerrissene Familien, weinende Kinder, Unwissenheit.
Angst kroch jeden Bürger unter die Haut, lies sein inneres zusammenzucken, erschütterte das Mark eines Jeden zutiefst...


Andrea
11.10.2001,
11:25:24
Hetzend, gehetzt stürmte die Jägerin davon. In Windeseile schuf die Flucht sich einen eigenen Weg. Äste knackten, brachen die Stille. Gestrüpp wand sich um den Saum ihres Kleides.
*Ritsch* - riss, für sie unbemerkt, der Saum entzwei.
*Ritsch* - blieb ein Stück des feinen Stoffes an einem widerspenstigen Stöckchen hängen.

Andrea
11.10.2001,
11:30:49
( Schreiber dieser Geschichte: Tom und Andrea *freu*)

Tom
(www.Clan-der-Koenige.de)
11.10.2001,
13:37:13
...doch diese Nacht sollte den Mutigen gehören.“

„Vor nicht mal zwei Nächten, verschwand die Tochter der Adelsfamilie „Grayham“ spurlos.
Ein kleiner Bastkorb zum Sammeln von Pilzen, wenigen Kräutern, war Liona´s einziger Begleiter als sie sich auf machte um in den Wald zu gehen.
Auf die Warnungen des Vater, Mitglied des Hofstabes, gab sie wenig. Zumal Ihre Gedanken schweiften, das Bunt des Laubes, die frische Luft, die Ruhe.
Sie glaubte den Worten der, in Ihren Augen törichten, Bauern nicht.
''Monster, Dämonen'', dachte sie und schüttelte den Kopf. Sogleich verwand der Gedanke, als Sie sich auf den Weg machte.“

Ein junger Mann trat, mit dem Geräusch von brechendem Holz, aus dem Geflecht aus Ästen. Mit langsamen Schritten trat Raymond Grayham auf eine kleine Lichtung. Die sternklare Nacht sowie der fast volle Mond gaben ihm einen kleinen Überblick, da die Fackel fast abgebrannt war. Suchend fand sein Blick schnell, was er nicht erwartete.
Welches Bild sich ihm darbot, mögen nur die Götter mit der selben Grausamkeit wiedergeben. Mit einem Blick, als wäre der Teufel persönlich vor ihm gestanden, rennt er auf den leblosen Körper zu. Der Anblick trieb die Kälte in seine Andern, steif vor Entsetzen, gebannt vom Hass.

Sein Mund öffnete sich langsam, erst wenig dann leicht mehr. Seichte Speichelfäden, zogen sich dabei auseinander um am Ende Ihrer Kraft, dem klaffenden Spalt, nachzugeben.
Tonlos versuchte der Schmerz aus dem Körper von Raymond zu entweichen. Doch im selben Augenblick drang der Hass in ihm vor. Die Trauer stellte sich dem Hass nicht in den Weg, mit leicht gebeugtem Gang, wich Trauer zur Seite, um einem bereits verloren Kampf, nicht zu beginnen.
Ein Schrei, mehr ein Gebrüll des jungen Mannes erfüllte die Luft. Die Kälte der Angst zog mit dem heißen Atem, welcher wie kleine Nebelschwaden aus dem weit geöffneten Mund entwich, aus jedem Teil seines Körpers. Ungewollt formten sich aus dem Schrei Worte, als er die ersten Lichtkegel nahe der Lichtung im Augenwinkel sehen konnte.

„Schnell, das Monster muß hier in der Nähe sein!“, entrann ihm der Befehl. Raymond hörte sich selbst nur in gedämpfter Stimme reden. Blind vor Wut zog er sein Schwert und warf die nun ausgebrannte Fackel achtlos auf den Boden. „Los, los“, raunte er zu einigen Bauern , die mit auf diesen Streifzug gekommen waren, und soeben erst die Leiche entdeckt hatten.

Suchend vielen die Blicke sofort auf den Boden um eventuell Spuren zu finden.








Jonathan Dilas
(www.jonathan-dilas.de)
11.10.2001,
17:28:43
Der Mond flutete für einen Moment den Wald und aus der Menge, die Raymond bis zu dieser kleinen Lichtung begleitet hatte, schälte sich nun eine Gestalt. Es war Sinclair. Eine wahrlich zwielichtige Gestalt, aber allem Anschein doch ein Jäger wie sie es wohl nun alle in dieser unheilvollen Nacht geworden waren. Sein langer dunkler Mantel wehte im Wind und eine dunkle Strähne seines schwarzen Haars fiel in sein Gesicht als er Raymond ansah und mit seinem Kinn nach links deutete. Erst jetzt entdeckten sie den weißen Fetzen Stoff, der an einem Ast hing und mit dem der Wind gewiß die ganze Zeit gespielt hatte. Wie eine wehende Fahne schien es dem Suchenden den Weg zu zeigen, den Liona genommen zu haben schien.

Andrea
11.10.2001,
19:31:03
Liona rannte, als sei eine Meute hetzender Wölfe hinter ihr her. Die Lichtkegel der Fackeln stachen in ihre empfindlichen Augen, wie die glühenden Nadeln der Folterknechte unter die Fingernägel der Inquisationsopfer. Atemlos rang ihre nicht zum Atem fähige Lunge nach Luft.

ASKATAN
11.10.2001,
19:44:24
Die Jägerin verharrte. Sparte sich den Atem aus und lauschte nur dem Wind, der bedrohliches zu melden wusste. Sie vernahm die Stimmen. Spürte Angst und Schmerz in ihnen. Ihre Mundwinkel verzogen sich. Ein, sich ihrer selbst sicher und bewußt seein anzeigendes, geringschätziges Lachen, baute sich kurz und tonlos auf. Dann erfassten ihre Sinne auch die Wut. Die Wut und den Hass all derer, die dort in der Ferne des Waldes nich ihr und ihresgleichen suchten. Sie wußte, noch war es ein Haufen ratloser Tölpel. Und was sollte es schon, dass sie wieder eines ihrer Bastarde genossen hatte. Unwillkürlich fuhr sie sich, zärtlich beinahe, über ihre Lippen, bei den Gedanken der Erinnerung an ihr nächtliches Mahl. Kurz nur, dann drehte sie sich wieder und wand sich weiter durch dichtes Gestrüpp, welches ihr den Schutz gewährte, nicht entdeckt zu werden wenn die Wolken aufrissen und der volle Mond die Nacht erhellte.

Andrea
11.10.2001,
21:16:02
Blindlings vertrauend auf ihr Gespür rannte sie mit geschlossenen Augen auf ihre Zuflucht zu. Erreichte diese ohne Mühen, schob den Riegel hinter sich zu. Schloss die Läden der Fenster und verharrte still. Während die Jäger, welche die Spur verloren, gröhlend das Waldstück passierten, in dem sich, verborgen hinter Gestrüpp und eng gewachsenen Bäumen, eine kleine Waldhütte befand.

ASKATAN
12.10.2001,
13:34:53
Die Meute der Suchenden war hilflos. Einzelne stocherten mit knorrigen Ästen im niederen Gestrüpp, wie auf der Suche nach einem kleineren Tier. Andere liefen in Gruppen, mehr verschreckt und ängstlich sich immer wieder drehend, denn voller Mut, dem unbekannten Schrecken die Stirn zu bieten.
Wahl- und ziellos änderten sie ihre Richtung. Nur einer achtete auf seinen Weg, hatte den ganzen Mob im Blick. Sinclair. Er setze seine Schritte mit Bedacht. Lenkte seine Blicke nicht wahllos, achtete auf jeden kleinen Zweig der im flackerndem Schein der Pechfackeln sich gebrochen zeigte. Und an der Art des Bruches erkannte er sofort, ob dieser denn vom Mob verursacht oder anderen Ursprungs war. Sinclair war nicht sehr beliebt im Dorf. Keiner wußte so recht, wer er war, was er war. Eines Tages war aufgetaucht und seitdem geblieben. Man begegnete ihm mit einer Mischung aus Ehrfurcht und unterschwelliger Angst. Die Blicke mancher Weiber des Dorfes folgtem ihm, wenn diese sich selber nicht beobachtet wussten. Die meisten der Männer versuchten ihm nicht zu begegnen. Wenn er, oft weit nach Einbruch der Dunkelheit, die einzige Herberge des Dorfes betrat, rückten sie meist enger zu einander. Nur wenige gönnten ihm verhalten einen Gruß. Eine Besonderheit, deren Bestimmung keiner sich erklären konnte, zog oft die Blicke noch selbst derer auf sich, die ihn schon oft gesehen hatten. Der Nagel des kleinen Fingers an seiner rechten Hand maß gut 3cm und war gefeilt wie die Klinge eines Dolches.

Tom
(www.Clan-der-Koenige.de)
15.10.2001,
08:28:56
Eine dunkle, dennoch sehr ruhige Stimme innerhalb der Zuflucht zu sprechen beginnt. „Es scheint, als hättet Ihr die Eure Maskerade nicht waren können?“ Ein leichter Unterton unverkennbar in der Stimme mitschwingt.
Aus dem Dunkel nun langsam eine Gestalt auf die junge Vampiren zukommt. Er reicht ihr eine Hand entgegen. „Kommt.“

Andrea
15.10.2001,
11:06:07
Zögerlich griff sie nach der Hand. ''Sire'', entfuhr ihrer Kehle leise und erleichtert. Ihr Körper, vor Tagen noch lebendig, schob sich in die Richtung des Herrn, der sie neu erschaffen.

Tom
18.10.2001,
10:27:15
Behutsam nahm er die zarte Hand in die seine.
„Sie verstehen nicht, was geschieht“, deutet dabei mit der anderen Hand nach draußen, wo die Meute ziellos umher läuft.
Die Stimme ernst, „Wir sollten nun aufbrechen, mein Kind.“

Jonathan Dilas
(www.jonathan-dilas.de)
23.10.2001,
11:06:12
Mit einem nicht erkennbaren Grinsen schaute Sinclair in Raymonds Gesicht.
''Sie sind in diese Richtung!''
Die Rufe der Menge waren nicht zu überhören und anstatt daß Sinclair Ruhe befahl, ließ er sie einfach in diese Richtung rennen. Wenn dieses Wesen ein Meister seiner Kunst war, so war er auch in der Lage diese dumme Bauernschar gehörig aufzumischen. Sinclair hatte dies schon einmal erlebt, als sie einem Meister begegnet waren. Er hatte in kaum einer Minute 20 Leute getötet. Seine Schnelligkeit und Kraft ist die eines Menschen weit überlegen und Leichtsinn ist hier Fehl am Platz.
Raymond sah der stürmenden Menge nach: ''Meint Ihr, daß er Liona bereits gefunden hat?''
''Gewiß, Euer Lordschaft. Sie ist ihm bereits lange zuvor anheimgefallen und wird jetzt nur noch in der Maskerade geschult'', entgegnete Sinclair.
''Können wir sie noch retten?''
''Nein, ich denke nicht, denn ihr Verschwinden ist bereits vor zwei Nächten eingetreten und dies ist eine dunkle Nacht zu lang.''
Sinclairs Worte rasten unsichtbar auf Raymond zu, drangen in seine Ohren ein und fanden ihren Weg in sein angestrengtes und aufmerksames Gehirn und vernichteten mit einem Schlag all seine Hoffnungen, die er noch in Bezug auf Liona gesetzt hatte.
''Ich werde sie nicht töten können...'' entschlüpfte es seinem Mund, der nun von ersten Tränen benetzt wurde.
Sinclairs langer schwarzer Umhang wurde nun vom Wind erfaßt und emporgewirbelt. Es war als seien der Wind und Sinclairs Umhang ein Paar alter Zeiten.
''Ich weiß. Ich weiß.''

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