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Titel: 

Die Seelensteine ( Fantasy/Mystik/Magie/Dark Age)

Kapitel 1 - 6 / 6

Tom
(www.Clan-der-Koenige.de)
15.10.2001,
11:21:37
^~v~^

Andrea
(www.clan-der-koenige.de)
15.10.2001,
23:06:23
Draußen donnerte und grollte ein Unwetter durchs Land. Ein kleiner Junge saß mit seinem Großvater am Kamin. ''Opa? Was macht mir immer das Schlechte Gefühl im Bauch?''

J. Dilas
(www.jonathan-dilas.de)
16.10.2001,
14:57:32
Der Opa räusperte sich...
»Nun, mein Kind, das ist nicht schwer... Du kommst nun in das Alter, in dem du bereit bist für die erste dunkle Botschaft, die ich an dich weitergeben soll.«
»Aber Opa! Wer hat das gesagt, daß du das tun sollst?«
»Unser Clan! Wir sind ein uralter Clan aus vergangenen Zeiten, durchdrungen von Einsamkeit, dunklem Wissen und ewigem Leben...«
»Opa, du machst mir Angst!«
»Du brauchst keine Angst zu haben«, entgegnete der alte Mann mit seinem grauen Haar und breiter Nase. Er war bisher stets ein Außenseiter gewesen und mit diesem Jungen würde es nicht anders kommen. Nicht nur in der Schule würden sie ihn fürchten, sondern auch dann, wenn er seine magischen Fähigkeiten entdecken würde.
Der Junge sah ihn mit großen, erwartungsvollen Augen an... seit dem Selbstmord seiner Eltern war er nur dieser alte Mann bereit gewesen den Jungen aufzunehmen und gewissenhaft aufzuziehen. Doch diese Erziehung sollte nicht so sein wie all die anderen...
»Als erstes mußt du deine Kräfte in dir erwecken, die tief in deinem Geist schlummern und nur darauf warten benutzt zu werden. Doch Vorsicht sei geboten, denn diese Kräfte sind dunkel und verspielt... wenn du sie mißbrauchst, wirst du genau wie all die anderen vergessen wer du wirklich bist und so werden wie all die anderen Menschen, die auf diesem Planeten wie Zombies umherwandeln. Wenn du das vermeiden willst, dann öffne dich zuerst deiner Gefühlswelt. Bade nicht in der irrigen Vorstellung, daß es naiv und dumm sei seinen Gefühlen zu folgen. Gehe in sie ohne sie zu bewerten, öffne dich ihrem Klang und berühre sie mit deiner Kraft und sie werden dir Untertan und eine unbesiegbare Macht werden, mit der du alles erreichen kannst. Lasse ruhig über dich lachen, bedenke, du kennst deinen Weg und all die Blinden dort draußen werden dich nie verstehen.«
»Werde ich auch fliegen und zaubern können, Opa?«
Eine seltsame innere Kälte kroch in dem Jungen hinauf. Seine Beine zitterten und ein unangenehmer Druck machte sich in seiner Brustmitte breit.
»Ja, das wirst du! Wenn du es schaffst deine Gefühle zurückzuerobern, wirst du auch deine Kraft wiederfinden und fliegen können!«
»Oh ja, Opa! Das will ich! Und zaubern will ich auch!«
»Du bist noch sehr jung, aber Mozart fing auch sehr früh an, wieso nicht auch du...«
»Opa, hast du diese Kraft finden können...?«
»Oh ja, aber du willst bestimmt nicht den langweiligen Geschichten deines Opas lauschen wollen...«
»Doch Opa! Ich will! Bitte, bitte erzähl mir wie du die Kraft entdeckt hast...«
Seine glänzenden Augen schauten ihn voller Neugier an, da konnte er nicht widerstehen und erzählte aus seinem Leben.

Tom
18.10.2001,
21:26:02
„Der Clan“, zu erzählen beginnt, „einst ein Mann. Man bezeichnete Ihn als einen Nekromanten. Du weißt noch nicht von all den Dinge, ich werde sie Dir erklären.“
Rückte mit dem Stuhl wenig dichter zu dem Jungen heran. „Das Wort Nekromant kommt von Nekromane. Die Griechen sagen Nekros ist die Leiche. Mania bedeutet Wahnsinn. Ein Leichenwahnsinniger“, bei dem Wort die Mundwickel sich leicht verziehen. Der Junge blickte, mit furcht erfüllt zu seinem Opa auf. Die Kälte schien, mit jedem Wort welches die Lippen des Alten verlies, stärker zu werden.
„Der Nekromant praktiziert die Nekromantie. Totenbeschwörung“, das Wort mit einem zischeln sagt. „Nekromantie wird betrieben um Zukünftiges zu erfahren oder auch große Schätze zu finden. Opferblut, Wein, Milch oder Honig wurde zum Beschwören der Toten verwand. Damit wurden die Toten gestärkt, um sich mehr oder minder stark zu materialisieren.“
Das Augen weit aufgerissen, geschüttelt der Kälte gespannt zuhört.

Jonathan Dilas
29.10.2001,
22:17:28
Irgendwie schienen Großvater nur für den Bruchteil einer Sekunde manchmal die Gesichtszüge zu entgleiten. Zuerst war es nur ein minimaler Moment, kaum wahrnehmbar, noch im Bereich der fernen Einbildung, aber trotzdem sichtbar. Es war, als schüttelte er nur für einen Moment heftigst seinen Kopf oder als würde er ganz kurz hin und hergeschleudert, während im gleichen Augenblick alles wieder normal schien und Großvater weiter über die Nekromantie sprach.
''Die Materialisierung der Toten war sehr wichtig, denn so konnten sie endlich ihrem großen Wunsch in unsere Welt zurückzukehren zur Erfüllung bringen.''
''Aber Opa! Wenn die Toten in unsere Welt können, herrscht dann nicht Dunkelheit und schwarze Magie? Müssen sich da die Menschen nicht fürchten?'' sprach der Junge nun mit zittriger Stimme. Für einen Moment schien es ihm so, als hauchten seine Worte winzige Eiskristalle in die Luft.
''Aber nein, mein Kind! Wie kommst du denn darauf?'' entgegnete Großvater mit viel Überzeugung.
Da! Da war es wieder! Für einen Moment wurde sein Kopf hin- und hergerissen, geschüttelt und es gab ein fürchterliches Geräusch, als ob jemand geschrien hätte!
Der Junge zitterte nun immer mehr und er ertappte sich immer wieder dabei, wie seine Augen nach etwas innerhalb dieses Raumes suchten... War es das Auftauchen von einem dieser Toten? Oder war es vielleicht ein blitzender Gegenstand? Wie der einer Klinge? Oder das lange Fleischermesser, das noch auf der Anrichte lag?
Der Junge schüttelte seine aufdringlichen Gedanken ab, die er um keinen Preis zu Ende denken wollte.

Runi
11.04.2002,
20:09:11
''Opa,'' sagte er, und seine Stimme zitterte nur leicht, ''was ist denn dann mit Mama und Pa...'' Der Rest seiner Frage ging in einem krachendem Donner unter, der die Möbel im Zimmer erzittern ließ.

Der Blitz, der dem Donner eine volle Sekunde später folgte, tauchte den düsteren Raum für einen kurzen Moment in gleißend helles Licht. Der kleine Junge sprang vor Schreck von seinem Stuhl hoch. Beinah hätte er geschrien.
Das Dunkel im Zimmer schien noch einige Töne düsterer zu werden, mit Ausnahme des großen Messers auf der Anrichte. Die Scheide leuchtete jetzt schwach in einem eigenen Licht, als habe sie die Lichtenergie des Blitzes in sich aufgesogen. Ein schwaches, grünliches Licht ging von ihr aus.
Der Großvater erschauderte. Das war das Zeichen, und er wußte es.
Sie waren hier.
Er konnte sich jetzt auf keinen Fall einen Fehler erlauben. Nicht den geringsten.
''Laszlo, mein Junge'' sagte er bedächtig, ''setz Dich. Ich habe Dir noch viel zu sagen.''
Er griff langsam und bedächtig in seine Brusttasche, holte Tabak und Pfeife hervor und begann, die Pfeife zu stopfen. Er sah seinen Enkel nicht an.
Eine unheilvolle Atmosphäre hatte sich nach dem Donner und dem Blitz im Kaminzimmer breitgemacht. Das grünliche Leuchten, das von dem Messer ausging, wirkte wie ein Nebel, der sich mal hierhin, mal dorthin bewegte, als wolle er das Zimmer erforschen. Der Großvater brauchte nicht hinzusehen. Er konnte ihn spüren.
Laszlo hatte keinen Mucks von sich gegeben. Kein Geräusch war zu hören, als er sich wieder setzte. Das Zimmer war gespenstisch still. Die innere Kälte, die er schon vorher in den Beinen gespürt hatte, war hinauf in sein Herz gekrochen. Sein Brustkorb fühlte sich an wie von Schraubzwingen zusammengepreßt. Er konnte kaum atmen, obwohl sein Herz raste.
Als sein Großvater den Tabak entzündete, blickte er erstmals wieder auf und sah Laszlo mit ruhigem Blick direkt in die Augen. ''Hab keine Angst,'' sagte er leise. Sein Blick schweifte kurz ab zu dem Messer auf der Anrichte. Sie befand sich im Rücken des Jungen, so dass Laszlo das Messer nicht sehen konnte. ''Umso besser,'' dachte er.
Sie waren hier, beide, und sie würden ihre Rechte an dem Jungen, ihrem Sohn, geltend machen, egal, was der Clan dazu sagte.
Selbstmord, pah.




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